Betriebsunterbrechung (BU): Wenn dein Betrieb stillsteht – aber die Kosten weiterlaufen
Ein Brand, ein Wasserschaden, eine zerstörte Einrichtung – und plötzlich kannst du keinen einzigen Kunden mehr bedienen. Die Miete läuft trotzdem. Die Löhne auch. Was jetzt? Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist genau für diesen Moment gemacht. Hier erfährst du alles, was du als Gewerbetreibender oder Selbständiger über diesen wichtigen Baustein der Gewerbeversicherung wissen musst.
Was ist die Betriebsunterbrechung (BU)? – Die Definition
Die Betriebsunterbrechung (BU) – auch Ertragsausfallversicherung genannt – ist ein zentraler Bestandteil einer umfassenden Gewerbeversicherung. Sie greift immer dann, wenn dein Betrieb infolge eines versicherten Sachschadens vorrübergehend nicht oder nur eingeschränkt arbeiten kann.
Konkret bedeutet das: Ein Feuer bricht in deiner Küche aus, ein Rohrbruch flutet deine Praxis, oder ein Sturm deckt das Dach deines Geschäftslokals ab. Der eigentliche Sachschaden – also das zerstörte Inventar oder die beschädigten Räumlichkeiten – ist durch die Inhaltsversicherung oder die Gebäudeversicherung abgedeckt. Aber was ist mit den Wochen oder Monaten, in denen du keinen Umsatz machst, während der Wiederaufbau läuft? Genau diese Lücke schließt die Betriebsunterbrechungsversicherung.
Die BU-Versicherung übernimmt dabei zwei wesentliche Posten:
- Fortlaufende Betriebskosten: Miete, Leasingraten, Personalkosten, Versicherungsprämien, Kreditraten – all das läuft weiter, auch wenn dein Laden zu ist.
- Entgangener Gewinn: Den Rohertrag, den du in der Ausfallzeit erwirtschaftet hättest, ersetzt dir die Versicherung – auf Basis deiner bisherigen Geschäftszahlen.
Wichtig zu verstehen: Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist eine Folgeschadenversicherung. Sie setzt immer einen versicherten Sachschaden voraus. Ohne einen solchen auslösenden Schaden – etwa durch Brand, Leitungswasser, Sturm, Einbruch oder Vandalismus – greift sie nicht.
Was deckt die BU-Versicherung ab? Die wichtigsten Leistungen im Überblick
Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist kein Luxus – sie ist für viele Kleingewerbetreibende existenzsichernd. Hier siehst du, welche Kosten sie konkret übernimmt.
Praxisbeispiel: Was passiert ohne BU-Versicherung?
Stell dir vor, du betreibst ein kleines Café mit fünf Mitarbeitern in der Innenstadt. Dein monatlicher Umsatz liegt bei rund 25.000 Euro, dein Rohertrag nach Wareneinsatz bei etwa 17.000 Euro. Dann bricht nachts ein Feuer in der Küche aus. Der Schaden ist erheblich: Kücheneinrichtung, Mobiliar, Elektrik – alles muss erneuert werden. Die Handwerker schätzen eine Wiederaufbauzeit von vier Monaten.
Was läuft in diesen vier Monaten weiter?
- Miete: 3.500 Euro/Monat → 14.000 Euro
- Personalkosten (5 Teilzeitkräfte): 6.000 Euro/Monat → 24.000 Euro
- Leasing Kaffeemaschine & Kühlgeräte: 800 Euro/Monat → 3.200 Euro
- Sonstige Fixkosten (Versicherungen, Energie-Grundgebühren etc.): 600 Euro/Monat → 2.400 Euro
- Entgangener Rohertrag: 17.000 Euro/Monat → 68.000 Euro
Gesamtschaden durch die Betriebsunterbrechung: rund 111.600 Euro – zusätzlich zum Sachschaden an Einrichtung und Gebäude. Ohne BU-Versicherung trägst du diesen Betrag vollständig selbst. Für die meisten Kleingewerbetreibenden bedeutet das das Ende ihrer Selbständigkeit.
Mit einer Betriebsunterbrechungsversicherung übernimmt die Versicherung genau diese Kosten – und du kannst nach dem Wiederaufbau nahtlos weitermachen.
Dieses Szenario gilt übrigens genauso für eine Kosmetikstudio-Inhaberin, deren Behandlungsraum nach einem Rohrbruch wochenlang gesperrt ist, für einen Optiker, dessen Laden nach einem Einbruch mit Vandalismus nicht mehr geöffnet werden kann, oder für einen Akustiker, dessen Werkstatt nach einem Sturm nicht mehr nutzbar ist.
BU-Versicherung: Was ist versichert – und was nicht?
Nicht jeder Betriebsstillstand ist automatisch versichert. Hier erklären wir dir die wichtigsten Einschlüsse und Ausschlüsse.
- Brand, Blitzschlag, Explosion
- Leitungswasserschaden (Rohrbruch, Überschwemmung durch Leitungen)
- Sturm und Hagel (ab Windstärke 8)
- Einbruchdiebstahl und Vandalismus
- Elementarschäden (je nach Tarif: Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch)
- Maschinenschaden (bei kombinierter Maschinen-BU)
- Betriebsunterbrechung ohne Sachschaden (z.B. Umsatzeinbruch durch Konjunktur)
- Pandemie / behördliche Schließung ohne Sachschaden (Sonderfall, teils in speziellen Tarifen einschließbar)
- Vorsätzlich herbei geführte Schäden
- Schäden durch Krieg oder Kernenergie
- Reine Ertragseinbußen durch Marktveränderungen oder Kundenverlust
Haftzeit, Versicherungssumme & Co.: Die wichtigsten Begriffe
Wenn du eine Betriebsunterbrechungsversicherung abschließt oder vergleichst, begegnest du einigen Fachbegriffen, die du kennen solltest:
Tipp: Die Betriebsunterbrechungsversicherung wird häufig gemeinsam mit der Inhaltsversicherung und der Betriebshaftpflichtversicherung in einem Paket angeboten. Das spart Kosten und vereinfacht die Verwaltung – denn im Schadensfall hat du nur einen Ansprechpartner.
Für wen ist die BU-Versicherung besonders wichtig?
Grundsätzlich sollte jeder Gewerbetreibende über eine Betriebsunterbrechungsversicherung nachdenken. Aber für bestimmte Branchen ist sie besonders kritisch.
Häufige Fragen zur Betriebsunterbrechungsversicherung
Die Betriebsunterbrechungsversicherung (BU) schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn dein eigener Betrieb durch einen Sachschaden stillsteht – also vor deinem eigenen Ertragsausfall. Die Betriebshaftpflichtversicherung hingegen schützt dich, wenn du durch deine geschäftliche Tätigkeit Dritten einen Schaden zufügst – also vor Ansprüchen von außen. Beide Versicherungen ergänzen sich und sollten zusammen abgeschlossen werden.
Als Faustregel gilt: Die Versicherungssumme sollte dem Jahresrohertrag deines Betriebs entsprechen. Der Rohertrag berechnet sich aus deinem Jahresumsatz abzüglich der variablen Kosten (vor allem Wareneinsatz). Personalkosten, Miete und andere Fixkosten werden dabei nicht abgezogen, da sie ja im Schadensfall weiterlaufen und erstattet werden sollen. Eine Unterversicherung kann dazu führen, dass du im Schadensfall nur anteilig entschädigt wirst.
Das war und ist ein sehr strittiges Thema. Die klassische BU-Versicherung setzt einen Sachschaden als Auslöser voraus – eine behördliche Schließung aufgrund einer Pandemie erfüllt dieses Kriterium in den meisten Standard-Tarifen nicht. Einige Versicherer haben freiwillig geleistet oder es gab Gerichtsurteile im Einzelfall, aber ein genereller Anspruch bestand nicht. Mittlerweile bieten manche Versicherer spezielle Erweiterungen für Seuchen und behördliche Schließungen an – diese sind aber separat zu vereinbaren und kosten entsprechend mehr.
Die Prämie hängt von mehreren Faktoren ab: Branche, Jahresumsatz, Versicherungssumme, Haftzeit, Standort und gewählten Zusatzleistungen. Für ein kleines Café oder eine Kosmetikpraxis mit einem Jahresumsatz von 150.000–300.000 Euro sind Jahresprämien von 300 bis 800 Euro für eine solide BU-Absicherung realistisch – oft als Teil eines Gewerbepakets sogar günstiger. Verglichen mit dem existenziellen Risiko eines Betriebsausfalls ist das eine sehr überschaubare Investition.
Das kommt auf den Tarif an. Viele Gewerbeversicherungs-Pakete beinhalten eine sogenannte “kleine BU”, die als Zusatzbaustein in der Inhaltsversicherung integriert ist. Diese deckt aber meist nur einen Bruchteil des tatsächlichen Ertragsausfalls ab. Für eine vollständige Absicherung empfiehlt sich eine eigenständige “große BU”-Police. Beim Vergleich auf FixVersichert.de siehst du genau, welche Tarife welchen BU-Schutz beinhalten.
Die Leistungsdauer richtet sich nach der vereinbarten Haftzeit. Gängige Haftzeiten sind 6, 12 oder 24 Monate. Die Versicherung zahlt so lange, bis dein Betrieb wieder den Stand vor dem Schaden erreicht hat – maximal aber bis zum Ende der vereinbarten Haftzeit. Wenn der Wiederaufbau länger dauert als die Haftzeit, trägst du die restlichen Kosten selbst. Deshalb ist es wichtig, die Haftzeit realistisch zu wählen.
Das hängt vom Vertrag ab. Wenn du ein Homeoffice-Gewerbe betreibst, gibt es spezielle Tarife, die auch den häuslichen Arbeitsbereich einschließen. Klassische Gewerbe-BU-Policen sind auf einen festen Betriebsort ausgelegt. Sprich beim Vergleich gezielt an, dass du von zuhause arbeitest – dann findest du den passenden Schutz.
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