Kunde stürzt im Laden: Wenn nasser Boden zum Oberschenkelhalsbruch führt

Die Verkehrssicherungspflicht ist ernst – ein Sturz auf nassem Boden kann Schadensersatzforderungen von 20.000 bis 40.000 Euro nach sich ziehen. Die Betriebshaftpflicht schützt dich.

Gerichtsurteil: BGH 2022 — Verkehrssicherungspflicht

Der BGH hat bestätigt: Die Beweislast für die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht liegt beim Geschäftsinhaber. Wer nicht nachweisen kann, dass alle zumutbaren Sicherungsmaßnahmen ergriffen wurden, haftet er für Sturzunfälle auf seinem Betriebsgelände.

Was ist passiert?

Es ist ein regnerischer Novembertag. Kunden bringen Nässe von draußen herein und der Eingangsbereich deines Ladens wird rutschig. Ein älterer Kunde betritt das Geschäft, rutscht auf dem nassen Fliesenboden aus und stürzt schwer. Der Rettungsdienst wird gerufen – die Diagnose im Krankenhaus: Oberschenkelhalsbruch.

Der Kunde muss operiert werden, verbringt zwei Wochen im Krankenhaus und anschließend vier Wochen in der Reha. Die Genesung dauert insgesamt mehrere Monate. Während dieser Zeit kann er nicht arbeiten. Sein Anwalt fordert Schadensersatz wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflicht: Du hättest den nassen Boden kennzeichnen oder rutschfeste Matten auslegen müssen.

Welche Kosten entstehen?

Ein Oberschenkelhalsbruch ist einer der teuersten Sturzunfall-Szenarien im Gewerbe:

  • Rettungsdienst: 500–800 €
  • Krankenhausaufenthalt + OP: 8.000–15.000 €
  • Reha-Aufenthalt: 3.000–6.000 € (4 Wochen stationär)
  • Schmerzensgeld: 5.000–15.000 € (Oberschenkelhalsbruch mit OP)
  • Verdienstausfall: 3.000–8.000 € (je nach Beruf, 3–6 Monate AU)
  • Ambulante Nachbehandlung: 500–1.500 € (Physiotherapie, Kontrolluntersuchungen)
  • Anwaltskosten: 1.500–3.000 € (falls es zum Rechtsstreit kommt)

Gesamtschaden: ca. 20.000–40.000 €

Wie greift die Betriebshaftpflicht?

Sturzunfälle auf dem Betriebsgelände sind ein klassischer Fall für die Betriebshaftpflichtversicherung. Sie übernimmt:

  1. Prüfung: Die Versicherung prüft, ob tatsächlich eine Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegt.
  2. Regulierung: Berechtigte Ansprüche – OP-Kosten, Reha, Schmerzensgeld, Verdienstausfall – werden direkt ausgezahlt.
  3. Abwehr: Wenn die Forderung unberechtigt oder überhöht ist, wehrt die Versicherung sie auf eigene Kosten ab (passiver Rechtsschutz).

Wichtig: Die Versicherung übernimmt auch die Anwalts- und Gerichtskosten, wenn es zum Prozess kommt. Bei einem Streitwert von 30.000 Euro können allein die Prozesskosten bei 5.000–8.000 Euro liegen.

Was ist die Verkehrssicherungspflicht?

Als Geschäftsinhaber bist du gesetzlich verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sich Kunden in deinen Räumlichkeiten nicht verletzen. Das umfasst:

  • Nasse Böden sofort kennzeichnen und trocknen
  • Stolperfallen beseitigen (Kabel, Schwellen, lose Teppiche)
  • Ausreichende Beleuchtung in allen Bereichen
  • Sichere Treppen mit rutschfesten Kanten und Geländer
  • Winterdienst vor dem Eingang (Streupflicht!)

Verstöße gegen die Verkehrssicherungspflicht sind der häufigste Grund für Schadenersatzforderungen im Einzelhandel und in Dienstleistungsbetrieben.

Prävention: So vermeidest du Sturzunfälle

  • Saugmatten im Eingang: Bei Regen und Schnee ausreichend große, rutschfeste Matten auslegen.
  • Rutschfester Boden: Investiere in einen Bodenbelag mit hoher Rutschfestigkeit (R-Klasse R10 oder höher).
  • Warnaufsteller: Bei frisch gewischten Böden oder verschütteten Flüssigkeiten sofort Warnschilder aufstellen.
  • Regelmäßige Kontrolle: Prüfe mehrmals täglich den Boden im Eingangsbereich – besonders bei schlechtem Wetter.
  • Dokumentation: Führe ein Reinigungsprotokoll mit Zeitstempeln – das entlastet dich im Schadensfall.

Fazit: Der teuerste Schadensfall – und der vermeidbarste

Sturzunfälle im Laden gehören zu den teuersten Schadensfällen für Gewerbebetriebe. Ein einziger Oberschenkelhalsbruch kann dich 20.000 bis 40.000 Euro kosten. Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt dich vor diesen Forderungen – und kostet dich nur einen Bruchteil davon.

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Häufige Fragen zum Sturzunfall im Laden

Die Verkehrssicherungspflicht bedeutet, dass du als Geschäftsinhaber dafür sorgen musst, dass sich Kunden in deinen Räumlichkeiten nicht verletzen. Das umfasst: nasse Böden kennzeichnen, Stolperfallen beseitigen, ausreichende Beleuchtung und sichere Treppen mit Geländer.

Bei einem Oberschenkelhalsbruch liegen die Gesamtkosten typischerweise zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Das umfasst OP, Krankenhausaufenthalt, Reha, Schmerzensgeld und Verdienstausfall.

Ja. Sturzunfälle auf dem Betriebsgelände sind klassische Fälle für die Betriebshaftpflicht. Die Versicherung prüft den Anspruch und übernimmt berechtigte Forderungen.

Nasse Böden sofort kennzeichnen und trocknen, rutschfesten Bodenbelag verwenden, Eingangsbereiche bei Regen mit Saugmatten auslegen, Kabel und Stolperfallen beseitigen und regelmäßig die Beleuchtung prüfen.

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